Die Minuten, bevor unser First Date beginnt
- Paloma

- 9. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Aug.
Meine Kollegin Ava Sophie ist schuld daran, dass Du hier nun auch persönliche Blogbeiträge von mir findest. Sie meinte, es wäre an der Zeit, etwas mehr von der Frau hinter Paloma zu zeigen. Also gut, hier kommt mein erster Versuch.

Ich verrate Dir etwas, das man auf meinen Bildern wahrscheinlich nicht erkennt: Vor einem ersten Date bin auch ich nicht vollkommen entspannt. Ich bin neugierig, gespannt und manchmal durchaus ein wenig nervös.
Das liegt vor allem daran, dass Du vor unserem Treffen wesentlich mehr über mich weißt als ich über Dich. Du kennst meine Bilder, meine Webseite, meine Vorlieben und vielleicht inzwischen sogar einige meiner Gedanken. Von Dir habe ich eine kurze Vorstellung und unsere bisherigen Nachrichten.
Ich kenne vielleicht Dein Alter, weiß, was Du Dir für unser Date wünschst und wo wir uns treffen werden. Ich weiß aber noch nicht, wie Deine Stimme klingt, ob Du viel lachst, wie Du mich ansiehst oder ob sich ein Gespräch mit Dir sofort vertraut anfühlt. Vielleicht bist Du ganz anders, als ich Dich mir vorgestellt habe. Vielleicht überraschst Du mich.
Genau diese Ungewissheit gefällt mir.
Der Reiz eines echten Blind Dates
Ich weiß, dass es Frauen gibt, für die ein Foto des Mannes vor einem Treffen eine Grundvoraussetzung ist. Für mich ist das nicht so. Ganz im Gegenteil. Ich finde es unglaublich spannend, mich auf ein Blind Date einzulassen und vorher nicht zu wissen, wie mein Gegenüber aussieht.
Natürlich möchte ich einige Eckdaten kennen und durch eine kurze Vorstellung zumindest einen ersten Eindruck von Deiner Persönlichkeit bekommen. Ein Foto brauche ich dafür aber nicht unbedingt. Ich gebe sogar offen zu, dass mich der Gedanke anturnt, nur wenige Informationen zu haben und den Rest erst in dem Moment zu entdecken, in dem wir uns wirklich gegenüberstehen.
Für mich gehört diese Ungewissheit ein wenig zum Reiz des Ganzen. Ein Foto verrät ohnehin nicht, wie ein Mann spricht, wie er sich bewegt, welchen Humor er hat oder welche Ausstrahlung er besitzt. Manchmal ist es gerade eine Stimme, ein Blick oder eine bestimmte Art der Begrüßung, die einen Menschen plötzlich interessant macht.
Bei einem Date steht für mich deshalb der Mensch im Vordergrund und nicht die Frage, ob er auf einem Foto einem bestimmten Ideal entspricht. Solange mein Gegenüber gepflegt ist und mir mit Respekt begegnet, ist seine Ausstrahlung für mich wesentlich wichtiger als einzelne äußerliche Merkmale.
Ich möchte meinen ersten echten Eindruck lieber persönlich bekommen. Ohne vorher jedes Detail zu kennen und ohne bereits eine fertige Vorstellung im Kopf zu haben. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb sich ein Blind Date für mich so aufregend anfühlt.
Was werde ich für Dich tragen?
Meine Vorbereitung beginnt meistens mit Musik. Ich brauche sie, um mich in die richtige Stimmung zu bringen. Manchmal höre ich einen ruhigen Song, manchmal etwas, das sofort meine selbstbewusste und verspielte Seite weckt.
Dann stellt sich natürlich die Frage, was ich für Dich tragen werde.
Wenn Du einen Outfitwunsch hast, gefällt mir der Gedanke, mich ganz bewusst für Dich anzuziehen. Während ich vor dem Spiegel stehe, stelle ich mir unweigerlich vor, wie Du reagieren wirst, wenn Du mich zum ersten Mal siehst. Niemand außer uns beiden weiß, weshalb ich genau dieses Kleid, diese Schuhe oder vielleicht auch etwas ganz Bestimmtes darunter ausgewählt habe.
Wenn Du mir die Wahl überlässt, entscheide ich nach meiner Stimmung und dem Ort unseres Treffens. Ich möchte mich elegant und feminin fühlen, aber nicht verkleidet (außer bei einem Rollenspiel). Es kommt durchaus vor, dass ich mich kurz vor dem Losfahren noch einmal umziehe. Nicht, weil das erste Kleid nicht gut ausgesehen hätte. Manchmal fühlt sich ein anderes in diesem Moment einfach mehr nach mir an. Das führt manchmal dazu, dass ich unpünktlich bin, nur so als kleine Vorwarnung.
Ich achte dabei nicht nur darauf, wie etwas aussieht. Das richtige Outfit verändert meine Haltung, meine Bewegungen und die Art, wie ich einen Raum betrete. Wenn ich mich darin wohlfühle, merke ich das sofort. Du vermutlich auch.
Vielleicht bin ich gerade auf dem Weg zu Dir
Ich fahre am liebsten selbst zu meinen Dates. Ich weiß, ein Taxi wäre praktisch, aber ich fahre einfach nicht gerne Taxi. Und in einem eleganten Kleid mit hohen Schuhen möchte ich mich vor einem Date auch nicht unbedingt in öffentliche Verkehrsmittel setzen.
Viel wichtiger ist aber, dass ich die Zeit allein im Auto genieße. Diese Fahrt gehört für mich bereits zu unserem Date.
Sobald ich die Tür schließe, die Musik einschalte und losfahre, lasse ich meinen Alltag langsam hinter mir. Ich werde ruhiger und gleichzeitig neugieriger. Das Navigationsgerät zeigt mir vielleicht noch zwanzig Minuten bis zu Dir. Dann fünfzehn. Dann nur noch sieben.
Ich frage mich, was Du in diesem Moment machst. Vielleicht stehst Du noch einmal vor dem Spiegel. Vielleicht schenkst Du Dir bereits etwas zu trinken ein oder siehst zum wiederholten Mal auf die Uhr. Vielleicht bist Du ebenfalls nervös und würdest es mir niemals freiwillig verraten.
Ich gehöre eigentlich zu den introvertierten Menschen. Ich verbringe gerne Zeit allein und brauche nicht ständig Gesellschaft. Viele Männer würden das nach einem Date mit mir wahrscheinlich nicht vermuten, denn wenn ich mich wohlfühle, kommt eine ganz andere Seite von mir zum Vorschein.
Dann werde ich offen, gesprächig und verspielt. Ich lache viel, stelle Fragen und necke mein Gegenüber gerne ein wenig. Vielleicht berühre ich während unseres Gesprächs wie selbstverständlich Deinen Arm oder halte Deinen Blick etwas länger, als es eigentlich notwendig wäre.
Diese Seite von mir kann ich nicht einfach auf Knopfdruck einschalten. Sie entsteht durch die Dynamik zwischen uns. Das bedeutet auch, dass jeder Mann mich ein wenig anders erlebt. Nicht, weil ich eine Rolle spiele, sondern weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Seiten in mir wecken.
Vielleicht bringst Du mich zum Lachen. Vielleicht machst Du mich neugierig. Vielleicht entsteht zwischen uns sehr schnell eine Spannung, die wir beide bemerken, aber zunächst keiner von uns anspricht.
Genau das finde ich aufregend!
Kurz vor dem Ziel höre ich meistens noch meinen letzten Song zu Ende. Manchmal bleibe ich nach dem Einparken einen kurzen Moment im Auto sitzen. Ich überprüfe noch einmal mein Outfit, trage vielleicht meinen Lippenstift nach und atme kurz durch.
Noch bist Du nur ein Name auf meinem Telefon und eine Vorstellung in meinem Kopf.
Dann steige ich aus und gehe zu Dir.
Der Moment, in dem wir uns zum ersten Mal sehen, ist für mich oft spannender als alles, was ich mir vorher hätte ausmalen können. Ich sehe Deinen Blick, höre zum ersten Mal Deine Stimme und bemerke, wie Du mich begrüßt. Vielleicht bist Du ein wenig nervös. Ehrlich gesagt finde ich das meistens sympathisch und sogar ein bisschen aufregend.
Dann lächle ich Dich an, sage Deinen Namen und plötzlich ist die ganze Ungewissheit verschwunden. Ab diesem Moment müssen wir uns nicht mehr vorstellen, wie der andere wohl sein könnte.
Wir finden es einfach heraus ;)

